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Reichsstadt
Greifenfurt von Rondra erfasst – und auch von Rahja!
Die
Landwehr »Wacht am Finsterkamm« macht mobil, der Koscher Prinz sichert seine
Unterstützung und die seiner Ritter zu.
Greifenfurt.
Seit dem gestrigen Praioslauf steht es nun fest: die Stadt rüstet sich
ebenfalls für den Krieg. Nach den finsteren Meldungen aus Teshkal haben auch
Ihre Erlaucht Irmenella von Wertlingen und der Magistrat der Stadt Greifenfurt
beschlossen, die Stadtgarde zu verstärken und die Bürger und Zünfte zum
Kriegsdienst in der Stadtmiliz zu rufen!
Wie
unserem Blatt zu Ohren gekommen war, hat Waffenherr Hartuwal Brohm den städtischen
Gardehauptmann beauftragt, seine Truppe um die göttergefällige Zahl von zwölf
Gardisten zu verstärken und den Befehl über die Stadtmiliz zu übernehmen.
Desweiteren soll er die Aushebung der wehrfähigen Gesellen der Zünfte gewährleisten
und schnellstmöglich die Sicherheit der Stadt herstellen.
Dies
ist gewiss kein ungewöhnlicher Schritt, haben doch schon der Kaiserliche
Marschall und der märkische Heermeister ihre Teile ihrer Heerhaufen nach
Hesindelburg detachiert. Es mag einer Reichsstadt im Norden des Raul‘schen
Reiches wohl gut anstehen sich auf die Gefahr des Schwarzpelzes zu rüsten, so
sprach zumindest der Waffenherr der Stadt, Herr Brohm.
So
hat auch Heermeister Reto von Schattenstein bis auf kleinere Truppen in
Hesindelburg und Greifenhorst den größten Teil der Märkischen Wehr in die
Stadt befohlen, auf dass sie dort dem Orken die Eroberung verleiden. Indes führt
Marschall Guneldian von Dûrenwald-Elfenstein
von Eslamsroden aus die Kaiserlichen Grenzreiter aus den Garnisonen ins Feld, um
die Wacht über die Breitenau und die Reichsstraße zu halten. Lediglich eine
einzelne Schwadron Kaiserlicher verbleibt in Greifenfurt, um dort unter dem
Greifenbanner eine einsame Wacht zu halten.
Prinz
Edelbrecht von Eberstamm, ritterlicher Werber um die Hand der Markgräfin, der jüngst
beim Greifenfurter Turnier zum Gedenken an den überstandene Orkensturm vor zwölf
Götterläufen im Buhurt brillierte und die Seinen zum Turniersieg geführt
hatte, begab sich ebenfalls auf schnellem Rosse und umgeben von seiner Schar der
Falkenritter in die Breitenau, von wo die Schwarzpelze zu fürchten sind. Wie es
heißt, habe er Boten nach Wengenholm im Kosch gesandt, wo sein Freund Graf
Jallik von Wengenholm zum Beistand rüste.
Doch
nicht allein die Heere der Markgräfin und des Reiches mögen sich in diesen
Praiosläufen wappnen, um den Schwarzpelzen entgegenzutreten. Auch auf dem Turm
von „Rondras Wehr“, der alten Schildwacht Saljeth, weht stolz im Wind über
den Dächern der Stadt das Kriegsbanner der donnernden Leuin.
Doch
nicht allein Kriegsleute sind heuer auf dem Weg gen Greifenfurt, auch zahlreiche
Vorräte an Nahrung, Wasser, Holz, Steinen und Werkzeugen auf schwerbeladenen
Fuhrwerken rollen langsam der Stadt entgegen. Gleiches findet man auch in
Eslamsroden, wo die Stadtherren ähnliches wie in Greifenfurt angeordnet haben.
Auch dort hält eine Schwadron Kaiserlicher Wacht.
Derweil
scheint die Markgräfin Irmenella von Wertlingen das Werben des Koscher Prinzen
angenommen zu haben, wie als zweites Gerücht die Stadt im Greifener Land
durchweht. Aus der Residenz Ihrer Erlaucht ergingen jüngst ganz ungewöhnliche
Aufträge: Tafelinventar, Stoffe, Leckereien und Personal wurden vorsorglich
geordert und sollen in wenigen Monden bereit stehen, wenn nämlich die Gefahr
durch die Orken sich entweder als falsch oder als gebannt herausstellen sollte.
Bis dahin gibt es kein Feiern in Greifenfurt und die bekannte Bescheidenheit der
Bürger wie des Adels (die gleichwohl zum Teil erzwungen ist durch die Kargheit
des Landes) herrschen fort.
Was mögen
die kommenden Praiosläufe also nun bringen? Krieg oder vielleicht doch Frieden?
Greifwin
Lonnert/Sibelian Precker
[SS/BB]
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