Feste und Bräuche:

Neben den nationalen Feiertagen, wie beispielsweise der Erinnerung an die Zerstörung Bosparans und die Gründung des Neuen Reiches vom 6. bis 9. RONdra, kennen die Märker noch einige lokale Festlichkeiten. So begeht man seit dem Orkensturm traditionsgemäß am 2. INGerimm den Jahrestag der Befreiung Greifenfurts mit einem fröhlichen Feste. Es gab wohl schon seit jeher einen heidnischen Brauch, den man in der Markgrafschaft am 1. INGerimm feierte und den das Werk "Feste und Bräuche zu Zeiten Kaiser Retos" so beschreibt:

Ein weiterer sehr interessanter Brauch findet sich in den gen Firun gelegenen Regionen, namentlich Weiden, Heldentrutz, Greifenfurt und vereinzelt wohl auch im Kosch.

Am ersten Tag des INGerimmondes jeden Götterlaufes wird in vielen Weilern eben jener oben genannten Regionen ein vielleicht zehn Schritt hoher, von Ästen und Rinde befreiter Baumstamm aufgerichtet. Er wird zumeist in ein vorher vorbereitetes Loch eingelassen und dann dort mit Erde festgetreten.

Steht der Baum fest und sicher, beginnt ein ausgelassenes Fest, dessen Höhepunkt das Stangen-Klettern darstellt. Der Baum hat nämlich eine in die Spitze eingelassene Winde, über die man von unten über ein Seil einen Kranz den Stamm auf- und abbewegen kann.

Die jungen Frauen, die noch keinen Traviabund eingegangen sind, befestigen nun ein Band an diesem Kranz und lassen ihn sodann nach oben gleiten, wobei sie seine Höhe über das Seil selbst bestimmen können. Die jungen Burschen versuchen nun, den glatten Stamm zu erklettern und das Band zu erhaschen, wobei die Maid dies je nach Lust mehr oder weniger schwierig gestalten kann, indem sie den Kranz entsprechend weit hinaufzieht. Wem es gelingt, das Band zu pflücken, dem wird das Mädchen für den Rest dieses Tages seine Gunst schenken, so sagt man.

Es ist durchaus nicht so einfach, diese Bänder zu erringen, da bisweilen der oberste Teil des Stammes eingefettet wird und auch ein Mädchen, das einem durchaus wohlgesonnen ist, wird sich sicherlich nicht gleich "erhaschen" lassen.

Dieses Aufstellen eines mit Bändern behangenen Baumes, das wohl ursprünglich vom Nahen des Sommers künden sollte, wird daher vielerorts nun nicht mehr am ersten, sondern am zweiten INGerimm gefeiert. Die bunten Bänder gelten jetzt als Symbol für die siegreich im Wind wehenden Banner des Heeres, das unter Reichsbehüter Brin die Orken aus Greifenfurt jagte. Oft wird neuerdings eine mit Fellen behangene Strohpuppe, die einen Ork darstellt, an den Baum gebunden. Zuerst steigt dann der Tanz, gefolgt von einem Festschmaus für den man Tische und Bänke im Freien aufgestellt hat und das Beste aus den Speisekammern holt. Anschließend wird die Orkpuppe verbrannt und der unterhaltsame Teil beginnt, bei dem sich jeder auf andere Weise im Spiel beweisen kann. So übt man sich im Bogenschießen oder Hufeisenwurf, den meisten Spaß hat der Beobachter beim Stangenklettern und viele beschäftigen sich auch mit "Pöhlches" oder "Bollern", zwei typisch Greifenfurter Spiele. In manchen Gegenden hält man jedoch nicht viel von der neuen Tradition und feiert immer noch am 1. INGerimm, natürlich bis in den 2. INGerimm hinein, um keinen Ärger mit der Obrigkeit zu bekommen. So kann der Reisende bisweilen an zwei Tagen hintereinander auf ausgelassen um den Ork-Baum tanzende Menschen treffen. Es ist daher kein Wunder, dass dieses Fest eines der beliebtesten gerade bei den einfachen Leuten auf dem Land ist. Für den Tanz um den Ork-Baum wird das Beste, was die Greifenfurter Küche zu bieten hat, auf den Tisch gebracht und die Leute zeigen sich im PRAiostags-Gewand. Jeder Reisende wird gastfreundlichst aufgenommen und ist herzlich willkommen an allen Vergnügungen teilzunehmen.

In den Städten wie Greifenfurt und Eslamsroden wird der Tag mit einer Parade begangen. Die Feiern sind hier längst nicht so ausgelassen wie auf dem Land, denn gerade in Greifenfurt erinnert man sich noch gut der harten und entbehrungsreichen Monde der Belagerung und Besatzung durch den Ork.

RAHja ist bekanntlich diejenige der Zwölfe, die dem Feiern am geneigtesten ist, und so ist der Monat RAHja vielerorts eine wahre Anhäufung von Festlichkeiten. In Greifenfurt findet in diesem Monat der "Zwölfgöttergefällige Wettstreit" statt, der erst seit einem Jahr wieder ausgetragen wird. Über den ganzen Mond verteilt finden dann die bekannten Greifenfurter Hunderennen statt. In mehreren Läufen werden die besten Hatzhunde ermittelt, die dann am großen Finallauf teilnehmen dürfen. Des weiteren gibt es einen großen Markt und eine ritterliche Turnei. Der Zwölfgöttergefällige Wettstreit blickt zwar auf eine lange Geschichte zurück, fand aber seit dem Orkensturm erst einmal wieder statt und es wird sicherlich noch einige Götterläufe dauern, bis er wieder die alte Pracht und Größe erlangt hat.

 Erwähnenswert ist auch noch der 30 TSA. An diesem Tag verkleiden sich die Kinder und ziehen durch die Straßen, um mit lautem Rufen und Schreien den Winter zu vertreiben, eine Jahreszeit, die in Greifenfurt wahrlich nicht gerade behaglich zu nennen ist. Der Wandersmann wird hier an den Ortsrändern von kleinen Orken, Geistern und Hexen aufgehalten und darf erst passieren, wenn er einen "Zoll" entrichtet hat. Es empfiehlt sich, den Tag über an ein und demselben Ort zu verbringen. Ist dies absolut nicht möglich, sollte man darauf achten, wenigstens etwas Zuckerwerk parat zu haben, da man sonst vermutlich nicht besonders weit kommt. Die Greifenfurter Kinder sind wie die Erwachsenen besonders stur und wenn ihnen nun mal "Zoll" zusteht, dann steht ihnen nun mal "Zoll" zu.

Szenariovorschlag

 BS, MS